KOF Geschäftslage: Geschäftslage erneut aufgehellt

03.06.2016

Der KOF Geschäftslageindikator für die Schweizer Privatwirtschaft ist im Mai zum vierten Mal in Folge gestiegen. Der Lageindikator erreicht nun annähernd wieder die Werte vom Sommer/Herbst 2015. Die Unternehmen konnten jüngst somit Boden gutmachen, die Situation ist aber nach wie vor deutlich ungünstiger als vor der Aufhebung der Frankenuntergrenze im Januar 2015. Dennoch fassen die Schweizer Unternehmen und insbesondere die exportorientierten Firmen wieder langsam Tritt.

Für den Anstieg des Geschäftslageindikators sind im Mai die Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe und in den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen verantwortlich (siehe G8). Bei den Projektierungsbüros hat sich die gute Geschäftslage ebenfalls geringfügig weiter verbessert. Dagegen fiel die Frühjahrsbelebung im Baugewerbe weniger kräftig aus als sonst üblich, die Geschäftslage hat sich hier daher eingetrübt. Auch die Detailhändler sind mit ihrer Geschäftslage unzufriedener als bisher. Der Grosshandel, das Gastgewerbe und die übrigen Dienstleister wurden letztmals im April befragt. Im Grosshandel und im Gastgewerbe präsentierte sich die Geschäftslage seinerzeit nicht mehr ganz so ungünstig wie drei Monate zuvor. Bei den sonstigen Dienstleistungen war der Geschäftslageindikator leicht unter Abwärtsdruck.

Regional betrachtet, hat sich vor allem die Geschäftslage in der Nordwestschweiz wieder verbessert (siehe G 9). Nach einem Rückschlag im Vormonat konnte insbesondere das Verarbeitende Gewerbe in der Nordwestschweiz wieder Boden gutmachen. Kaum verändert hat sich die Geschäftslage im Espace Mittelland, in der Zentralschweiz in der Region Zürich und in der Ostschweiz. Sehr leicht trübte sich die Lage im Tessin und in der Genferseeregion ein. Wobei in Letzterer insbesondere vom Baugewerbe negative Signale kommen.

Erläuterung:
Grafik G 8 zeigt die KOF Geschäftslage über alle in die Befragung einbezogenen Wirtschaftsbereiche. Für Wirtschaftsbereiche, die nur vierteljährlich befragt werden, wird die Geschäftslage in den Zwischenmonaten konstant gehalten.

Grafik G 9 zeigt die Geschäftslage und die aktuelle Veränderung der Lage. Bei den Monatsbefragungen ist jeweils die Veränderung zum Vormonat abgetragen. Bei den Quartalsbefragungen ist die Veränderung des jüngsten Quartalswertes zum Vorquartal eingezeichnet. Die Quartalswerte werden in den Zwischenmonaten nicht verändert und nur im jeweils ersten Monat des Quartals aktualisiert.

Grafik G 10 stellt die Geschäftslage in den Grossregionen gemäss Bundesamt für Statistik dar. Die Regionen sind je nach Geschäftslage unterschiedlich eingefärbt. Die Pfeile innerhalb der Regionen deuten die Veränderung der Lage im Vergleich zum Vormonat an. Ein aufwärts gerichteter Pfeil bedeutet etwa, dass sich die Lage im Vergleich zum Vormonat verbessert hat.

Die KOF Geschäftslage basiert auf mehr als 4500 Meldungen von Betrieben in der Schweiz. Monatlich werden Unternehmen in den Wirtschaftsbereichen Industrie, Detailhandel, Baugewerbe, Projektierung sowie Finanz- und Versicherungsdienstleistungen befragt. Unternehmen im Gastgewerbe, im Grosshandel und in den übrigen Dienstleistungen werden vierteljährlich, jeweils im ersten Monat eines Quartals, befragt. Die Unternehmen werden unter anderem gebeten, ihre gegenwärtige Geschäftslage zu beurteilen. Sie können ihre Lage mit «gut», «befriedigend» oder «schlecht» kennzeichnen. Der Saldowert der gegenwärtigen Geschäftslage ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten «gut» und «schlecht».

Kontakt

ETH Zürich

KOF Konjunkturforschungsstelle

Klaus Abberger

LEE G 121

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