Der starke Franken: SNB legt Mindestkurs fest

Am 6. September hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) einen Mindestkurs von 1.20 Franken pro Euro festgelegt. Die KOF hat sich bereits früher für eine solche «Grenzwert-Variante» ausgesprochen. Sie begrüsst den Entscheid der SNB. Hiermit wird jegliche Spekulation auf eine weitere Aufwertung unterbunden und gibt den Schweizer Unternehmen Planungssicherheit. Mit einer Untergrenze von 1.20 Franken pro Euro ist der Franken allerdings immer noch überbewertet. Somit könnte im Laufe der Zeit der Wechselkurs weiter abwerten.

Lesen Sie hierzu auch das KOF Bulletin vom 2. September und den Positionsbezug der KOF von Anfang August.

Der starke Franken: Was kann getan werden?

Der Schweizer Franken wird immer stärker: Bereits seit Monaten wertet er gegenüber praktisch allen anderen Währungen der Welt auf. Bislang hat die Schweizer Wirtschaft dies gut verkraftet. Klar ist jedoch, dass diese starke Aufwertung Spuren hinterlassen wird.

Die Schweizerische Nationalbank hat wiederholt Massnahmen gegen die Frankenstärke ergriffen. Das Eingreifen ist zu begrüssen, offen bleibt aber, wie wirksam diese Massnahmen sind.

Position der KOF: Einführung eines unteren Limits

Hält der Aufwertungsdruck trotz der Gegenmassnahmen an, sollte die SNB aus Sicht der KOF die «Grenzwert-Variante» einführen. Mit dieser Variante legt sie einen unteren Wert fest, den der Franken gegenüber dem Euro nicht unterschreiten darf. Diesen Wert muss die SNB dann rigoros verteidigen. Die untere Limite müsste klar kommuniziert und von einem breiten Bündnis (SNB, Politik und Finanzmarktteilnehmer) abgestützt werden.

Ein Vorteil dieser Variante ist, dass die SNB keinerlei Verluste verzeichnen würde, wenn der gewählte Wechselkurs tatsächlich im Bereich der Überbewertung wäre und es damit auch irgendwann wieder zu einer Normalisierung kommen würde.

Ein Nachteil dieser Variante könnte sein, dass die SNB gezwungen sein könnte, die Geldmenge massiv auszuweiten, sie also viel Liquidität in den Markt lassen müsste.

Lesen Sie mehr zu der Position der KOF zu Massnahmen zur Bekämpfung der Frankenstärke:

Position der KOF zum starken Franken

Beitrag auf Ökonomenstimme am 10. August 2011

Beitrag in der NZZ vom 10. August 2011

Konjunkturpolitik

Die Sektion Konjunkturpolitik verfolgt, analysiert und kommentiert konjunkturpolitische Fragen unter besonderer Berücksichtigung Schweizer Anliegen.

Schwerpunkte sind die Geldpolitik der Schweizer Nationalbank und die Fiskalpolitik der Staatshaushalte. Forschungsschwerpunkte im Bereich Geldpolitik sind Inflationserwartungen sowie die Zentralbankkommunikation. Bei der Fiskalpolitik geht es um die Beurteilung der Möglichkeiten und Erfordernisse staatlicher Konjunkturmassnahmen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist der Arbeitsmarkt, wobei es in erster Linie um eine kritische Analyse der Arbeitsmarktentwicklung (Beschäftigung und Arbeitslosigkeit) geht. Hinzu kommen vertiefte Analysen spezieller Aspekte der Arbeitsmarkt- und Lohnentwicklung.

Im Rahmen der vierteljährlichen Konjunkturprognosen der KOF erstellt die Sektion Prognosen zur Inflation, zur Entwicklung der Staatsfinanzen der Schweiz sowie der wichtigsten Arbeitsmarktvariablen.

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